Wer eine Infrarotheizung oder einen Elektroheizkörper smart machen will, steht vor einem Problem, das es bei der Zentralheizung nicht gibt: Es ist kein Ventil da, an dem sich etwas drehen ließe. Diese Geräte haben keinen Wasserkreislauf, sie werden ein- und ausgeschaltet. Damit scheidet die gesamte Produktkategorie aus, die sonst den Markt bestimmt.

Dieser Beitrag erklärt, welche Technik an dieser Stelle stattdessen funktioniert, welche Lastgrenzen Sie beachten müssen und warum sich gerade Direktheizungen besonders gut mit Photovoltaik kombinieren lassen.

Warum Heizkörperthermostate hier nicht passen

Ein smartes Heizkörperthermostat ist im Kern ein kleiner Motor, der einen Ventilstift drückt. Es regelt die Wassermenge, die durch den Heizkörper fließt. Bei smarten Heizkörperthermostaten ist das die gesamte Funktion – ohne Ventil haben sie nichts zu tun.

Eine Direktheizung dagegen kennt nur zwei Zustände: Strom an oder Strom aus. Die Temperaturregelung entsteht dadurch, dass das Gerät in Intervallen schaltet. Genau deshalb braucht es hier Technik mit einem Schaltausgang – ein Relais, das die Last trägt, und eine Temperaturmessung, die ihm sagt, wann geschaltet wird.

Diese Unterscheidung ist beim Kauf entscheidend, denn die Produktbezeichnungen überschneiden sich stark. „Smartes Thermostat" bedeutet in einer Produktbeschreibung den Ventilmotor, in der nächsten den Schaltregler. Prüfen Sie immer, ob von einem Ventilantrieb oder von einer Schaltleistung in Watt die Rede ist.

Drei Wege, eine Direktheizung zu schalten

  • Funksteckdose. Der einfachste Weg für Steckergeräte. Die Heizung wird eingesteckt, die Steckdose schaltet. Voraussetzung: Das Heizgerät muss nach einer Stromunterbrechung von selbst wieder anlaufen und darf nicht auf einen Einschaltknopf warten.
  • Unterputz-Schaltaktor. Für fest angeschlossene Geräte. Er sitzt in der Abzweigdose oder hinter dem vorhandenen Thermostat und schaltet die Zuleitung. Elektroarbeit, gehört in Fachhand.
  • Raumthermostat mit Schaltausgang. Ersetzt ein vorhandenes Wandthermostat und bringt Temperaturmessung und Schaltrelais in einem Gerät zusammen. Für fest installierte Infrarotpaneele die sauberste Lösung.

Die dritte Variante ist bei mehreren Paneelen in einem Raum die beste, weil ein Thermostat mehrere Geräte führen kann und die Temperatur dort misst, wo sie zählt – nicht am Paneel selbst. WLAN Thermostaten dieser Bauart gibt es sowohl als Aufputz- als auch als Unterputzvariante.

Die Lastangabe: der Punkt, an dem es gefährlich wird

Dies ist der wichtigste Abschnitt dieses Textes. Jeder Schaltaktor und jede Funksteckdose hat eine maximale Schaltleistung, meist zwischen 2.000 und 3.500 Watt. Infrarotpaneele liegen je nach Größe zwischen 300 und 1.200 Watt, Elektroheizkörper und Konvektoren erreichen 2.000 Watt und mehr.

Drei Regeln dazu:

  • Nennleistung addieren. Wenn ein Aktor mehrere Geräte schaltet, zählt die Summe. Drei Paneele mit je 800 Watt ergeben 2.400 Watt – eine 2.300-Watt-Steckdose ist damit überlastet.
  • Reserve einplanen. Die angegebene Maximallast ist ein Grenzwert, kein Dauerbetriebswert. Heizungen laufen über Stunden, nicht minutenweise. Bleiben Sie deutlich darunter.
  • Keine Mehrfachsteckdosen. Heizgeräte gehören direkt in die Wandsteckdose. Verlängerungen und Steckdosenleisten sind für Dauerlast in dieser Größenordnung nicht ausgelegt.

Wo die Summe über die Schaltleistung hinausgeht, führt kein Weg an der Aufteilung auf mehrere Aktoren oder an einer fest installierten Lösung vorbei. Ein intelligentes Heizsystem ist kein Grund, bei der Elektrik Kompromisse einzugehen.

Warum Zeitsteuerung hier besonders viel bringt

Direktheizungen reagieren schnell. Ein Infrarotpaneel liefert innerhalb weniger Minuten spürbare Strahlungswärme, ein Konvektor heizt die Raumluft in einer Viertelstunde merklich auf. Das ist im Betrieb ein Nachteil für die Effizienz, für die Zeitsteuerung aber ein großer Vorteil: Sie brauchen kaum Vorlaufzeit.

Während eine Fußbodenheizung zwei Stunden vorher starten muss, reichen bei Infrarot zehn bis fünfzehn Minuten. Dadurch lassen sich Komfortfenster eng um die tatsächliche Nutzung legen – im Bad eine halbe Stunde morgens, im Arbeitszimmer genau die Arbeitszeit. Bei Strompreisen, die ein Vielfaches des Gaspreises je Kilowattstunde betragen, schlägt jede nicht beheizte Stunde unmittelbar durch.

Eine intelligente Heizungssteuerung rechnet sich bei Direktheizungen deshalb schneller als bei jeder anderen Heizungsart – schlicht weil die eingesparte Kilowattstunde teurer ist.

Kombination mit Photovoltaik

Infrarot- und Elektroheizungen haben eine Eigenschaft, die sie für den Eigenverbrauch interessant macht: Sie sind reine Stromverbraucher und sekundengenau steuerbar. Wenn die Anlage auf dem Dach gerade Überschuss produziert, kann ein Paneel ihn sofort aufnehmen.

In der Praxis geht das über einen Energiemanager, der den Einspeiseüberschuss misst und den Schaltaktor freigibt, sobald eine Schwelle überschritten wird. Zwei Einschränkungen gehören dazu: Der größte Heizbedarf fällt im Dezember und Januar an, der geringste Solarertrag ebenfalls – die Überdeckung ist also begrenzt. Und ein Raum lässt sich nur so weit vorwärmen, wie es behaglich bleibt.

Sinnvoll ist die Kombination trotzdem, vor allem in der Übergangszeit und bei Räumen, die ohnehin nur gelegentlich beheizt werden – Hobbyraum, Gästezimmer, Werkstatt. Dort kann smarte Heizungssysteme den Überschuss in Wärme umsetzen, der sonst für wenige Cent ins Netz ginge.

Präsenzsteuerung in selten genutzten Räumen

Weil Direktheizungen so schnell reagieren, funktioniert hier etwas, das bei trägen Systemen keinen Sinn ergibt: das Heizen nach Anwesenheit statt nach Zeitplan. In einem Gäste-WC, einer Werkstatt oder einem Kellerraum lässt sich die Heizung mit smarten Bewegungsmeldern koppeln, die bei Betreten freigeben und nach einer Nachlaufzeit wieder abschalten.

Zwei Hinweise für die Umsetzung: Eine Grundtemperatur sollte erhalten bleiben, sonst kühlt der Raum zwischen den Nutzungen zu stark aus und die Wände werden feucht. Und die Nachlaufzeit darf nicht zu kurz sein, sonst schaltet die Heizung ständig, was weder der Behaglichkeit noch dem Schaltaktor guttut. Zehn bis fünfzehn Minuten haben sich bewährt.

Beim Kauf passender Smart Thermostate achten Sie darauf, dass sich Mindestlaufzeiten und Schalthysterese einstellen lassen – ohne diese Parameter wird aus der Präsenzsteuerung ein Dauerklicken.